Veränderte Öffnungszeiten

 

Da die Ausgangsbeschränkung nach jetziger Erkenntnis ca. 4 Wochen dauern wird und die "Corona-Krise" insgesamt bis zum Jahresende Auswirkungen auf unser aller Leben haben wird, haben wir uns dazu entschlossen den Weltladen wieder zeitweise zu öffnen.

Dienstag und Freitag  9°° - 14°° Uhr

Liebe Kundinnen und Kunden,

die Corona Pandemie hat auch unseren Ladenbetrieb betroffen und eingeschränkt.

Nach Rücksprache mit dem Landratsamt könnten wir unseren Weltladen weiterhin öffnen!

Der Weltladen ist ein Lebensmittelgeschäft, das zur Grundversorgung mit Fair gehandelten Waren beiträgt. Auch in diesen schwierigen Zeiten möchten wir unseren Kunden die Möglichkeit geben Fair gehandelte Waren bei uns einzukaufen.

Viele Weltläden müssen jetzt entscheiden, ob sie schließen müssen oder den Betrieb laufen lassen können. Für einige Weltläden könnte eine Schließung, wie für viele andere Unternehmen und Selbstständige auch, das Aus bedeuten.

Zu diesem frühen Zeitpunkt der Corona-Krise ist noch nicht absehbar mit welcher Schwere und in welcher Länge die Krise fortschreiten wird. Dauert es 4 Wochen, 3 Monate oder gar bis zum Jahresende.

Wir haben uns dazu entschlossen den Weltladen mit reduzierten Öffnungszeiten geöffnet zu halten.

Alle Hygienevorschriften wurden umgesetzt, ein Sicherheitsabstand zum Kunden wird gewährleistet. Bei uns gibt es keine Warteschlangen vor und im Weltaden, keine Hamsterkäufe und Streitereien zwischen frustrierten Kunden.

Leider wurden wir auf die zunächst reduziert beibehaltene Ladenöffnung von einigen Personen sehr negativ und vorwurfsvoll angesprochen. Ihre Forderung, wir sollten unseren Weltladen doch gleich schließen.

 

Zur Klarstellung hierzu ein paar Worte.

 Nach Aussage der Landesregierung dürfen bzw. sollen alle Geschäfte geöffnet haben, die zur Grundversorgung mit Lebensmittel beitragen.

Auch unser Weltladen ist ein Lebensmittel-Einzelhandelsbetrieb, der zur Grundversorgung mit Fair gehandelten Waren beiträgt.

Unser Marktanteil im Vergleich zu den großen Discountermärkten ist zugegebener Maßen gering, doch wir sind nicht "überflüssig" wie es manche Personen und sogar  Kommunalpolitiker durch diese Fragestellung suggerieren. Diese hatten auch in der Vergangenheit wohl keine Notwendigkeit zu einem "Fairen und Nachhaltigen Handel" gesehen.

Der Faire Handel hat auch in Krisensituationen seinen legitimen Platz in der Versorgung der Konsumenten und vor allem auch eine Verpflichtung gegenüber seinen Handelspartnern und den Produzenten.

Die Weltläden sind ein fester Bestandteil in unserer Gesellschaft und das haben wir uns in Dingolfing die letzten 27 Jahre hart erarbeitet.

In der Vergangenheit haben Politiker und Amtsträger nahezu aller Richtungen mit den Weltläden und ehrenamtlichen Mitarbeitern kokettiert und ihre Sympathie bekundet. Dabei wurde herausgestellt, wie wichtig wir für die Bestrebung zu einem Fairen und Nachhaltigen Handel sind.

​Was soll dann die Frage "Warum habt ihr noch geöffnet?" bedeuten?

Doch nur: Euch "Kleinen" brauchen wir jetzt nicht, das machen jetzt die "Großen", wie Aldi, Lidl, Norma, Penny, Edeka, dm-Markt, ...

Die Frage "Warum habt ihr noch geöffnet?" trifft auch auf die Naturkostläden und Hofläden zu.

Wir alle, die Weltläden, Naturkostläden und Hofläden sind nach dem Marktanteil berechnet "nur" eine Minderheit, aber für den gesellschaftlichen Wandel unverzichtbar.

Es ist ein Zeichen der Wertschätzung, wenn wir auch in schwierigen Zeiten wie diesen als wichtiger Bestandteil für die Gesellschaft wahrgenommen werden.

Wir sind keine Schönwetterbestrebung, die nur in guten Zeiten gebraucht wird um das schlechte Gewissen etwas zu beruhigen. In Zeiten wie diesen überlassen wir das Feld dann wieder den „großen“ Handelsketten.

​Wir haben auch eine Verantwortung unseren Kunden, Lieferanten und Produzenten gegenüber - die Lieferketten dürfen nicht zusammenbrechen.

Nun können wir hoffen, dass in der Krise die Menschen in Deutschland mehr zusammen rücken und mehr Solidarität zeigen – für den Nächsten, aber auch für die benachteiligten Kleinbauernfamilien und Kleinstproduzenten in den Ländern des globalen Südens – unserer gemeinsamen Zielgruppe im Fairen Handel. Sicher ist das jedoch keinesfalls!

Auch wenn die Situation in Europa sich verschärfen wird, so wird die Corona-Krise unsere langjährigen Handelspartner deutlich stärker treffen. Zum einen durch die unzureichende medizinische Versorgung in diesen Ländern. Zum anderen durch eine reduzierte Nachfrage nach ihren Fair gehandelten Erzeugnissen oder Produkten. Die vorübergehende Schließung jedes einzelnen Weltladens hat für unsere Partner im Fairen Handel tiefgreifende Folgen – es fehlen diesen damit existenzielle Einnahmen zum Lebensunterhalt. Außerdem fehlen damit finanzielle Mittel, um sich eine soweit vorhandene medizinische Behandlung vor Ort überhaupt leisten zu können.

​In diesem Sinne, unterstützen Sie die Weltläden, die Naturkostläden und Hofläden weiterhin, es gibt auch wieder eine Zeit nach "Corona" und da wäre es doch schön, wenn es den "Fairen und Nachhaltigen Handel" noch geben würde.

29.3.2020